Radwege ausbauen und sicherer machen

09.05.2022

Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Radverkehrskonzept des Kreises Trier-Saarburg vorgestellt

300 Kilometer an zusätzlichen Radwegen anstatt den bislang geplanten 150 – das ist eine wichtige Zielsetzung, die sich aus der Bürgerbefragung zum Radverkehrskonzept des Kreises Trier-Saarburg ergeben hat. Die Gesamtergebnisse wurden von Landrat Stefan Metzdorf, Vincent Poinsot vom Planungsbüro Stadt-Land-Plus sowie der Fachabteilung der Kreisverwaltung vorgestellt.

Rund 1400 Menschen haben sich an der Onlinebefragung zu Beginn des Jahres beteiligt. Der Fragebogen war in verschiedene Themenfelder unterteilt: Die Teilnehmenden konnten sich selbst als Radfahrtyp einschätzen, fehlende Radverbindungen oder Abstellmöglichkeiten einzeichnen, Unfallstellen markieren und sich außerdem mit fiktiven 1 Million Euro als Radwegeplaner versuchen.

„Die Bürgerinnen und Bürger wissen am besten, wo es vor Ort an Wegen oder sicheren Verbindungen fehlt“, betonte Landrat Stefan Metzdorf. „Diese wichtigen Hinweise in ein Konzept für den ganzen Kreis zu überführen ist entscheidend. Wir wollen nicht, dass einfach Wege gebaut werden – es soll ein effektives und sinnvolles Radwegenetz entstehen, das vor allem für den Alltagsradverkehr genutzt werden kann. Darum haben wir das Konzept in Abstimmung mit den Verbandsgemeinden in Auftrag gegeben“.

Neue Radverbindungen bauen

Die Schwerpunkte der Bürgerinnen und Bürger beim Thema Radinfrastruktur sind klar gesetzt: Über 50 Prozent der Teilnehmenden sahen den Ausbau sowie den Neubau von Radwegen als besonders dringend an.

Hier wurden rund 5433 Kilometer Wegstrecke markiert. Davon ergänzen nach der Analyse des Planungsbüros nun 300 das bestehende Netz von rund 500 Kilometern Radweg. Zwei Schwerpunkte sind laut den ausgewerteten Ergebnissen die Verbindungsabschnitte zwischen Reinsfeld-Pellingen und Welschbillig-Newel.

Mehr Unfallstellen gemeldet

Auch die Verkehrssicherheit wurde abgefragt. Im Vorfeld war durch das Planungsbüro – gemeinsam mit Kreisverwaltung, dem Landesbetrieb Mobilität und der Polizei – ein Unfallatlas erstellt worden, der nach der offiziellen Unfallstatistik von 2017 bis 2019 138 Unfallstellen umfasst. Durch die Bürgerbefragung wurde deutlich, dass die tatsächliche Zahl höher liegt: 250 Unfallorte und 1225 Gefahrenstellen, das heißt Orte, die als potentiell gefährlich eingestuft werden, wurden bei der Umfrage markiert. Als besonders gefährlich wurden Straßenkreuzungen zwischen Radwegen und Straßen mit Autoverkehr eingestuft.

Das Planungsbüro hat nach Auswertung der Ergebnisse rund 900 Kilometer im Kreisgebiet mit dem Fahrrad befahren. „Davon haben wir etwa 500 Kilometer mit Helmkamera und digitalen Messgeräten beim Fahren ausgewertet. Die gesammelten Daten fließen in das Konzept ein“, erklärte Poinsot. Man habe nun 450 einzelne Maßnahmen formuliert, die im Rahmen des Konzeptes den Kreisgremien im Spätsommer vorgestellt werden sollen.

EIne Million Euro für Abstellanlagen

„Der Kreis ist für die Umsetzung aber nicht alleine zuständig. Der Bau von Radwegen ist oft Sache der Orts- und Verbandsgemeinden. Darum werden auch ihre Vorstellung und Wünsche von Anfang an im Konzept mitgedacht. Für den Bau von Fahrradabstellanlagen hat der Kreis in diesem Haushaltsjahr bereits eine Million Euro eingeplant“, erläuterte Landrat Metzdorf.

Die gesamte Auswertung der Bürgerbefragung zum Radverkehrskonzept findet sich auf der Internetseite der Kreisverwaltung Trier-Saarburg unter www.trier-saarburg.de/radverkehrskonzept

Radwege ausbauen und sicherer machen