14.03.2025
Das Aufgabenspektrum des Beauftragten Christoph Emmerling / Stellvertreterin Ramona Moritz
Rund 12.000 Bürgerinnen und Bürger mit Schwerbehinderung leben im Kreis Trier-Saarburg. Ansprechpartner für diese Menschen ist der Behindertenbeauftragte des Kreises Dr. Christoph Emmerling – und das nun schon seit zehn Jahren. Seine Stellvertreterin ist Ramona Moritz. „Nach wie vor übe ich mein Ehrenamt mit großem Engagement aus und ich freue mich darauf, auch in Zukunft die Situation für Menschen mit Behinderung im Kreis zu verbessern“, so Emmerling. Doch was sind die Probleme, die Menschen mit Behinderung das tägliche Leben erschweren und wie kann er ihnen helfen?
Die Aufgabe des Behindertenbeauftragten liegt im Wesentlichen darin, Menschen mit Handicap eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Konkret heißt dies, dass der Beauftragte Stellungnahmen und Empfehlungen abgibt, den Kreis berät sowie mit den verschiedenen Fachabteilungen, Behörden und Institutionen zusammenarbeitet. Jährlich gibt Emmerling rund 90 Stellungnahmen zu Bauanträgen ab.
Auch Ramona Moritz hat schon zahlreiche Bauvorhaben geprüft, denn sie engagiert sich bereits seit über drei Jahren als ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in der Verbandsgemeinde Ruwer. Die Zusammenarbeit mit Menschen sei ihr schon immer wichtig gewesen – in ihrem Hauptamt beim Jobcenter im Landkreis Birkenfeld ebenso wie im Ehrenamt.
Um persönlich ins Gespräch zu kommen, bietet der Kreisbeauftragte zudem Sprechstunden für Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörigen an. Die Themen sind vielfältig – sei es die Beantragung von Behinderten- und Parkausweisen, die Suche nach Arbeit oder die Hilfestellung beim Ausfüllen von Formularen. Wer einen Termin vereinbaren möchte kann sich an behindertenbeauftragter [at] trier-saarburg [dot] de oder 0651-715428 wenden (Erreichbarkeit freitags von 10 bis 13 Uhr).
Wie schätzt der Beauftragte die momentane Lage für Menschen mit Behinderung im Kreis ein? Der Bereich Wohnen sei ein wichtiges Thema, betont Emmerling. Insgesamt würden zu wenige geeignete Wohnungen für schwerbehinderte Menschen zu Verfügung stehen. Denn auch wenn in Neubauten auf die Barrierefreiheit geachtet wird, so sind diese für viele Menschen mit Behinderung aufgrund der hohen Miete und der Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt oft nicht bezahlbar.
Es seien aber auch viele positive Dinge angestoßen und umgesetzt worden. So wurde Ende 2024 das Integrative Schulprojekt in Schweich vollendet – die Frida-Kahlo-Schulgemeinschaft, in der sich eine Förder- und eine Grundschule unter einem Dach befinden. Auch im Tourismus- und Freizeitbereich habe sich viel getan, sagt der Behindertenbeauftragte. So wurden die barrierefreien Angebote ausgebaut. Im Naturpark Südeifel zum Beispiel können nun auch mobilitätseingeschränkte Personen durch die Nutzung entsprechender Hilfsgeräte die Wanderwege nutzen. Emmerling selbst hat hier auch bereits Wanderungen geführt.
Neben den strukturellen Problemen, die es anzugehen gilt, sei aber auch die individuelle Rücksicht wichtig, betont Christoph Emmerling und appelliert: „Es sind oft vermeintliche Gedankenlosigkeiten wie das Parken auf Bürgersteigen, die den Alltag von Menschen mit Behinderung erheblich erschweren. Wenn hier alle nur etwas mehr Rücksicht nehmen, dann würde dies maßgeblich zu einem positiven Miteinander beitragen.“
Foto: Dr. Christoph Emmerling und seine Stellvertreterin Ramona Moritz engagieren sich ehrenamtlich, um Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe zu möglichen.



