Medizinische Versorgung im Kreis im Fokus

10.11.2025

Kreistag beschließt Stipendienprogramm für Medizinstudierende / Verlustausgleich für Kreiskrankenhaus

Zwei wichtige Themen für die medizinische Versorgung im Kreis standen auf der Tagesordnung des Kreistages Trier-Saarburg: Zum einen stimmte das Gremium über ein Medizinstipendium ab. Zum anderen beschlossen die Mitglieder eine überplanmäßige Ausgabe zum Verlustausgleich des Kreiskrankenhauses für das Jahr 2024.

Von dem Stipendium sollen jährlich drei Medizinstudierende profitieren. Sie können sich ab dem 5. Semester bewerben – Voraussetzung sind befriedigende bis sehr gute Leistungen im bisherigen Studium. Die Laufzeit beträgt bis zum Studienabschluss, jedoch längstens vier Jahre. Beschlossen wurde eine Stipendiensumme von 700 Euro monatlich. Im Gegenzug verpflichten sich die jungen Mediziner:innen sieben Jahre in einer Hausarztpraxis im Kreis zu arbeiten.

Finanziert wird das Stipendium durch die Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“. Hierzu wird das Stiftungskuratorium noch beraten und die Satzung der Stiftung angepasst.

Bernd Henter meinte, dass die Situation ernst sei. Er freue sich, dass das Stipendium, welches auf Antrag seiner CDU-Fraktion auf die Tagesordnung kam, nun umgesetzt wird. Er erwarte aber erst mittelfristig eine Wirkung. Lena Weber (SPD) meinte, das Stipendium sei ein wichtiges Signal für junge Menschen im Kreis. Es brauche aber auch ergänzende Maßnahmen.

Michael Holstein betonte für die FWG/BfB-Fraktion, dass der Kreis nur einen bedingten Einfluss auf die hausärztliche Versorgung in seinem Bereich habe. Es gebe hohe Auflagen und Hürden für junge Menschen, die eine Praxis übernehmen wollten.

Elke Winnikes (Bündnis 90/Die Grünen) hob hervor, dass es wichtig sei, die Stipendiaten von Anfang an zu begleiten. Daher begrüße sie die Rolle der Gesundheitsmanagerin, die bereits ab Dezember ihre Arbeit aufnimmt. Christian Zöpfchen (Freie Wähler) bezeichnete den Mangel in der hausärztlichen Versorgung auch als ein Problem für die Lebensqualität im ländlichen Raum.

Einstimmige Unterstützung für das Kreiskrankenhaus

Rund 5 Millionen Euro waren im Kreishaushalt 2024 für den Verlustausgleich des Kreiskrankenhauses St. Franziskus in Saarburg vorgesehen. Das Ergebnis der 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Kreises für 2024 liegt nun bei knapp 7 Millionen Euro Verlust. Aus diesem Grund musste der Kreistag über eine überplanmäßige Ausgabe von rund 2 Millionen Euro entscheiden. Dieser wurde einstimmig zugestimmt.

Alle Fraktionen betonten, die Wichtigkeit des Standortes des Kreiskrankenhauses in Saarburg für die medizinische Versorgung im Kreis. Gleichzeitig wurde von einigen Fraktionen bemängelt, dass der im Haushalt geplante Verlustausgleich zu niedrig gewesen sei. Das Kreiskrankenhaus habe von Anfang an mit einem Verlust von 7 Millionen gerechnet.
Damit die entsprechenden Mittel in den Haushalt 2026 eingestellt werden können, stellt der Landesbetrieb Mobilität in jedem Jahr ein Kreisstraßenprogramm für das kommende Jahr zusammen.

Kreisstraßenprogramm für 2026 beschlossen

Darin enthalten sind die geplanten Straßenbauprojekte für Kreisstraßen inklusive erster Kostenschätzungen. Der Kreistag hat nun der Liste für 2026 einstimmig zugestimmt. Darin enthalten sind folgende Strecken:

  • K57 bei Korlingen
  • K95 bei Rascheid
  • K84 bei Farschweiler
  • K117 zwischen Beuren und Dittlingen
  • K112 zwischen Esingen und Südlingen
  • K116 und K112 zwischen Esingen und Helfant
  • K34 zwischen Schleidweiler und Rodt
  • K47 zwischen Baldringen und Hentern
  • K44 bei Hentern
  • K107 zwischen Onsdorf und Kümmern
  • K39 Schweich
  • K1 und K6 bei Trierweiler

Für diese Arbeiten werden rund 10 Millionen Euro im Kreishaushalt 2026 bereitgestellt. Eine Übersicht findet sich im Bürgerinformationsportal unter https://buergerinfo.trier-saarburg.de/si0057.php?__ksinr=3228

Mit weiteren Beschlüssen hat der Kreistag zudem der neuen Abfall- und der neuen Gebührensatzung der A.R.T. zugestimmt.

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