28.11.2025
Programm des Kreises soll in dezentrale Angebote überführt werden
Der Kreis Trier-Saarburg wird sein Ferienprogramm, das jeweils in den ersten beiden Wochen der Sommerferien stattgefunden hat, weiterentwickeln und in eine dezentrale Struktur überführen. Die vom Kreis zentral koordinierte Ferienaktion wird dagegen ab dem kommenden Jahr nicht mehr angeboten. Für die Kinder und ihre Familien soll es mit der dezentralen und mehr zeitgemäßen Struktur bedarfsgerechtere Angebote geben. Das bedeutet, dass die lokalen Anbieter seitens des Jugendamtes Trier-Saarburg darin unterstützt werden sollen, ihre Projekte auszubauen. Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung in dieser Woche einstimmig einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Für dieses neue Konzept sprechen pädagogische und pragmatische Gründe: Die Familien können die Angebote für ihre Kinder in ihrem direkten Lebensumfeld wahrnehmen. Diese Ferienaktionen sind oft besser und schneller erreichbar und passgenauer auf die jeweilige Zielgruppe der Kinder ausgerichtet. In dieser Form fördern die Angebote auch die lokale Identität und das Engagement vor Ort.
Der Kreis hat die über viele Jahre hinweg als „Ferienspaß“ bekannte Aktion 1979 ins Leben gerufen. Das Programm richtete sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren und wurde zentral vom Jugendamt der Kreisverwaltung durchgeführt. Es erfüllte neben dem pädagogischen Anspruch vor allem auch eine Betreuungsfunktion für berufstätige Eltern. Am Ferienspaß nahmen jedes Jahr rund 700 Kinder teil. Dafür wurden jeweils bis zu 14 Busse eingesetzt, die die Kinder wohnortnah für gemeinsame Tagesprogramme abholten und am Abend zurückbrachten. Vor allem in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie musste das Konzept 2020 geändert werden. So wurde das Ferienprogramm des Kreises an zehn dezentralen Standorten im Kreis mit jeweils 30 Kindern durchgeführt. Unter einem bestimmten Motto gab es an den einzelnen Standorten verschiedene Tagesangebote für die insgesamt 300 Kinder.
Bei der Gestaltung sowohl des Ferienspaßes wie auch bei der standortgebundenen Ferienaktion gab es für das Jugendamt jedoch zunehmend strukturelle Schwierigkeiten. So basierten die Programme neben der zentralen Koordinierung durch das Jugendamt vor allem auf dem ehrenamtlichen Engagement für die Betreuung der Kinder. Es wurde im Laufe der Zeit jedoch immer schwieriger, die ehrenamtlichen Betreuungsteams ausreichend zu besetzen. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt: So sind in den vergangenen Jahren die Kosten unter anderem für die Busbeförderungen, aber auch für andere Sach- und Dienstleistungen kontinuierlich angestiegen, so dass das Ferienprogramm des Kreises ein jährliches Defizit von rund 50.000 Euro aufweist. Eine zunehmende Herausforderung ist auch die Bindung der Personalressourcen in der Kreisverwaltung selbst. Neben den Fachkräften aus dem Jugendamt wird Personal aus anderen Bereichen wie zum Beispiel der IT benötigt, was dann in den eigentlichen Aufgabenbereichen fehlt.
Aus diesen Gründen sowie vor allem, um die Ferienangebote noch bedarfsorientierter aufstellen zu können, hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen, das zentrale Angebot der Kreisverwaltung in eine lokal individuelle und bessere Versorgung mit Ferienangeboten zu überführen. Dafür sollen nun zeitnah Gespräche mit den Trägern vor Ort geführt werden, um die Aufstockung des dezentralen Angebotes zu forcieren. Außerdem sollen die ehrenamtlich Engagierten begleitet werden, um an für sie attraktive Träger angebunden zu werden. Vor allem sollen die Eltern frühzeitig und umfassend über die erweiterten und neuen Aktionen informiert werden – die Angebote werden sich in den nächsten Wochen auf der Plattform unter www.ferienboerse-rlp.de finden.
Das Jugendamt hat auch bereits die Herbstferien 2026 in Blick, ab denen in allen Verbandsgemeinden des Kreises im Rahmen des Ganztagesförderungsgesetzes Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter eingerichtet werden sollen. Nach dem Ganztagesförderungsgesetz ist vorgesehen, dass künftig für die Grundschulkinder auch in den Ferien eine achtstündige Betreuung angeboten wird. Dies soll bis zum Schuljahr 2029/30 für alle Klassenstufen der Grundschule umgesetzt sein. Daneben wird es in den Ferienzeiten auch künftig die zahlreichen Freizeitangebote der Vereine und freien Träger geben.



