12.01.2026
Haushalt wurde vom Kreistag verabschiedet / Fast 75 Millionen Euro für Investitionen
Die finanzielle Situation der Kommunen ist angespannt – das wird auch bei dem am vergangenen Freitag vom Kreistag mehrheitlich verabschiedeten Kreishaushalt 2026 deutlich. Geplant wird mit einem Defizit von rund 39 Millionen Euro. Damit ist der Kreis Trier-Saarburg im zweiten Jahr in Folge weit von einem ausgeglichenen Haushalt entfernt – und muss 2026 ein Rekorddefizit verzeichnen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Insgesamt betragen die Aufwendungen des Kreises 392 Millionen Euro. Im Vergleich zum vergangenen Jahr steigen diese um 20 Millionen Euro an. Massive Kostensteigerungen konnten in den letzten Jahren in den Bereichen der Jugend- und Sozialhilfe verzeichnet werden, die rund 70 Prozent des Gesamthaushaltsvolumens ausmachen. Sowohl steigende Fallzahlen, gesetzliche Neuerungen sowie höhere Sach- und Personalkosten haben dazu geführt, dass sich die Aufwendungen beider Bereiche innerhalb von zwei Jahren um rund 63 Millionen Euro gesteigert haben.
Wenige Anpassungsmöglichkeiten bei den Einnahmen
Auf der Einnahmenseite hat die Kreisverwaltung dagegen nur wenige Handlungsmöglichkeiten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen die Kreisumlage von 45 auf 47 Prozent zu erhöhen. Diese Umlage gibt an, wie viel Geld von den Ortsgemeinden und Städten an den Kreis gezahlt werden muss, um die von ihm erbrachten öffentlichen Leistungen zu finanzieren. Mit der Umlageerhöhung läge das Haushaltsdefizit des Kreises bei 35 Millionen Euro.
Doch die Kreistagsfraktionen CDU, FWG/BfB, Freie Wähler und die FDP hatten beantragt auf eine solche Erhöhung zu verzichten. „Es ist ein Signal an die Genehmigungsbehörde, dass es ohne strukturelle Änderungen in der Finanzierung der Landkreise nicht mehr geht. Eine Umlageerhöhung gleicht den Haushalt nicht aus, belastet aber die Kommunen stark“, so der Tenor. Der Antrag wurde einstimmig vom Kreistag angenommen.
Landesweite Herausforderung
Der Landkreis Trier-Saarburg ist in dieser Situation nicht allein: In den 24 Landkreises landesweit liegt das geplante Haushaltsdefizit bei insgesamt knapp 540 Millionen Euro. Zuletzt wendete sich der Landkreistag – der kommunale Spitzenverband – an die Landesregierung mit Forderungen, um der finanziellen Schieflage der Kommunen zu begegnen (Bericht in der Ausgabe 02/2026 der Kreisnachrichten). „Der vorliegende Haushaltsplan ist nicht bequem, aber ehrlich und transparent. Wir wollen trotz der schwierigen finanziellen Situation an wichtigen Zukunftsinvestitionen festhalten“, erklärte Landrat Stefan Metzdorf.
Wichtige Projekte stehen an
Trotz des Defizits wird der Kreis auch 2026 rund 75 Millionen Euro investieren. Rund 18 Millionen Euro fließen dabei in die Sanierung und Modernisierung der Schulzentren in Waldrach, Kell am See, Schweich und Konz.
In den Brand- und Katastrophenschutz werden insgesamt 25 Millionen Euro investiert, zum Beispiel für den Neubau der Integrierten Leitstelle und zwei neue Rettungswachen in Saarburg und Welschbillig. Zudem sollen verschiedene Kreisstraßen saniert und der Breitbandausbau weiter vorangetrieben werden.
Alle Kreistagsfraktionen betonten in ihren Haushaltsreden die Herausforderungen, denen sich der Kreis in den kommenden Monaten zu stellen habe. Hierzu folgt ein zweiter Bericht im Laufe der Woche.



