19.05.2026
Bewegende Begegnungen / Hilfslieferung für Reha-Einrichtung übergeben
Eine Delegation des Kreises Trier-Saarburg unter Leitung von Landrat Stefan Metzdorf hat in der vergangenen Woche den westukrainischen Partnerkreis Kalusch besucht. Dabei gab es zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, des Forsts, von Kultur- und Gesundheitseinrichtungen sowie der Karpatenuniversität. Zugleich waren die Folgen des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges unmittelbar spürbar – etwa bei Besuchen auf dem zentralen Friedhof, in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen sowie während eines mehrstündigen Luftalarms.
Landrat Mykhailo Lavriv empfing die Reisegruppe an der polnisch-ukrainischen Grenze. Von dort ging es in dreistündiger Busfahrt weiter in die Kreisstadt Kalusch. Während des dicht gedrängten Besuchsprogramms wurde deutlich, wie der Partnerkreis mit den Folgen des Krieges umgeht und die knappen Mittel gezielt einsetzt. So zeigte sich bei einem Besuch im Krankenhaus Dolyna, dass die medizintechnische Ausstattung Vorrang vor der Sanierung einzelner Gebäudeteile hat.
Beim Besuch zweier Reha-Einrichtungen wurde auch der weiterhin große Hilfsbedarf sichtbar. Während in einem Zentrum die Wiedereingliederung von Soldaten in den Familienalltag im Mittelpunkt steht, trainieren in einer zweiten Einrichtung verwundete und kriegsversehrte Soldaten, um mit Hilfe von Prothesen wieder ein mobiles und selbstständiges Leben führen zu können. „Es freut mich sehr, dass zeitgleich mit unserem Besuch eine Lieferung einer kompletten Reha-Ausstattung mit Betten und Gerätschaften im Partnerkreis angekommen ist“, sagte Landrat Metzdorf. „Man sieht leider, wie dringend diese Unterstützung hier benötigt wird.“ Landrat Lavriv und die Leiterin der Reha-Einrichtung dankten dem Landkreis für die erneute Hilfslieferung.
In Gesprächen mit der Verwaltung, dem zentralen Forstamt sowie mit der Rektorin der Karpatenuniversität Iwano-Frankiwsk ging es um Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit – auch mit Blick auf die Zeit nach dem Krieg. Besonders beeindruckend waren die vorgestellten Ansätze zur Verwaltungsbeschleunigung und Digitalisierung.
Bewegende Konzerte: Ukrainische Tänze und Musik
Gleich zwei Kulturkollegs präsentierten den deutschen Gästen ukrainische Musik und Kulturdarbietungen auf hohem Niveau. Während einer Tanzdarbietung in einer Schule in Kalusch heulten die Sirenen auf: Ein sechsstündiger Luftalarm warnte vor russischen Kampfdrohnen. Das Besuchsprogramm wurde anschließend mit einem Abstecher in die eindrucksvolle Landschaft der Nordkarpaten fortgesetzt.
„Der Krieg und seine Folgen sind leider sehr präsent. Umso wichtiger ist die Unterstützung, die wir den Menschen im Kreis Kalusch geben“, so Landrat Stefan Metzdorf.
„Wir werden unsere Hilfen fortsetzen und haben gesehen, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Daneben wollen wir aber auch schon an die Zukunft denken, wenn dieser furchtbare Krieg endlich zu Ende ist.“ Darin war sich Landrat Metzdorf mit seinem ukrainischen Amtskollegen Mykhailo Lavriv einig.
Foto: Im Kulturkolleg Kalusch führten Schülerinnen und Schüler ukrainische Volkstänze für die deutschen Gäste auf.





