Die Chancen von Sorgenden Gemeinschaften

24.09.2026

Regionale Pflegekonferenz: Fachleute tauschten sich aus / Vorbildliche Projekte aus der Praxis

Das Thema „Sorgende Gemeinschaften“ bildete den Schwerpunkt der regionalen Pflegekonferenz, die der Kreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier gemeinsam veranstalteten.

Hintergrund ist die kontinuierlich wachsende Zahl von Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Pflege. Gleichzeitig gestaltet sich die Versorgung durch professionelle Angebote immer schwieriger. Daher ist es wichtig, Ressourcen vor Ort besser zu nutzen und Strukturen wie zum Beispiel Nachbarschaftshilfen und ehrenamtliche Initiativen zu etablieren und so Sorgende Gemeinschaften aufzubauen. Im Fokus steht dabei, dass den Menschen ein Leben im vertrauten Umfeld ermöglicht und dass Einsamkeit vermieden werden soll.

Einbindung von Angehörigen

Sorgende Gemeinschaften kommen darüber hinaus auch in anderer Hinsicht zum Tragen, etwa im Kontext häuslicher Versorgung durch Angehörige in Kombination mit niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten oder ambulanter Pflege. In stationären Bereichen sind Sorgende Gemeinschaften denkbar durch die Einbindung von Angehörigen oder eine Öffnung von Pflegeeinrichtungen in den Ort oder ins Quartier hinein. In diesem Sinne stand auch ein Beitrag von Monica Bliss auf dem Programm. Ihre Aussage „Wenn Nachbarschaften ihre Herzen öffnen, werden Gemeinschaften stärker.“ Dieses Leitbild wurde vom Publikum mit viel Beifall honoriert. Neben einem Vortrag bildete eine Podiumsdiskussion den Mittelpunkt der Konferenz. Dabei ging es darum, über verschiedene Blickwinkel zum Thema „Sorgende Gemeinschaften“ ins Gespräch zu kommen und ein Verständnis zu entwickeln, wie Pflege und Teilhabe vor Ort ganz praktisch organisiert werden können. Dabei wurden nicht nur die Chancen, sondern auch die Grenzen einer Sorgenden Gemeinschaft angesprochen. Gleichzeitig zeigte die Diskussion, was vor Ort schon gut läuft.

Projekte aus der Praxis können helfen, Ideen mitzunehmen und Ansatzpunkte zu finden, wie sich die Situation weiterentwickeln lässt. Ein Beispiel ist die Gemeinde Aach: Ortsbürgermeisterin Claudia Thielen stellte dar, dass der Verein „Aacher Dorfgemeinschaft“ aus einem Projekt heraus entstanden ist, welches sich mit dem demographischen Wandeln befasst hat. Ziel des Vereins sei es, die vielfältigen sozialen Herausforderungen anzunehmen und Strukturen zur Unterstützung hilfebedürftiger Bürger:innen aufzubauen und damit ein solidarisches, generationsübergreifen des, bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Vorbildlich ist auch das Mutter Rosa Altenzentrum Trier, das Nico Weber im Podium vertrat. Dort seien ehrenamtliche Mitarbeitende vollwertige Mitglieder des Teams. Sie schenkten den Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit, Aufmerksamkeit und Fürsorge und würden so helfen, ihren Alltag abwechslungsreich zu gestalten, so Nico Weber.

Andere Voraussetzungen im Kreis

Auf dem Podium saßen auch Landrat Stefan Metzdorf und die Bürgermeisterin der Stadt Trier, Britta Weizenegger. Er sei sich bewusst, dass im Kreis durch den ländlichen Raum andere Voraussetzungen gelten als in der Stadt. Der Landrat regte ein intensiveres Networking zwischen den Ortsbürgermeister:innen zu diesem Thema an, damit diese sich über die Situation und Ideen austauschen können. Britta Weizenegger appellierte an die Menschen, sich zu engagieren. Die Frage müsse lauten „Was kann ich für die Gesellschaft tun?“

Die Pflegekonferenz wird jährlich von Kreis und Stadt veranstaltet. Sie ist ein Gremium zur Mitwirkung bei der Planung, Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur und damit auch ein Forum für den Austausch der regionalen Akteure, Einrichtungen und Dienste im Vor- und Umfeld der Pflege. Einblick in den Stand der Pflegestrukturplanung gaben Nadja Adams, Leitung der Stabsstelle Sozialplanung der Kreisverwaltung, und Merit Förster, Sachgebietsleitung Pflegestrukturplanung bei der Stadt Trier.

Für Fragen steht die Stabsstelle Sozialplanung unter sozialplanung [at] triersaarburg [dot] de oder telefonisch unter 0651 715 468 zur Verfügung.

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