PCB in der IGS: Keine Überschreitung der Werte

Messungen und Blutuntersuchungen

22.02.2024

Weil es vor Jahren in der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hermeskeil eine Belastung der Raumluft mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) gab, hat der Kreis als Schulträger das Thema an dieser Schule nach wie vor im Auge. PCB-Nachmessungen hatten nun in einzelnen Räume eine leichte, aber harmlose Erhöhung der Werte ergeben. Es wurde direkt gegengesteuert, so dass sich die Werte in kurzer Zeit wieder normalisiert haben. Dass die zuvor gemessene leichte Erhöhung unproblematisch war, belegen auch die Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die der Kreis den Lehrkräften angeboten hat.

Der Kreis hat in der IGS von 2012 bis 2015 eine umfangreiche PCB-Sanierung durchgeführt. Vor dieser Sanierung waren in einzelnen Räumen zu einem Teil PCB-Werte bis zu 30.000 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gemessen worden. Nach der erfolgreichen Sanierung hatten sich die Werte auf ein Minimum und unbedenkliches Maß reduziert. Die Kreisverwaltung hat daraufhin einen Zielwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gesetzt. Dieser Wert gilt als absolut risikolos. Nach der PCB-Richtlinie muss bei Werten ab 3000 Nanogramm pro Kubikmeter gehandelt werden.

Die Kreisverwaltung hatte mit den Beteiligten vereinbart, dass in einem zeitlichen Abstand Nachkontrollen durchgeführt werden. Bei einer solchen Kontrolle waren in der IGS in einzelnen Räumen nun die leicht erhöhten Werte – allerdings unterhalb des Grenzwertes – festgestellt worden.

Bei einer ersten Messung in der Sommerzeit war das Resultat in einem Großteil der Räume der Schule unbedenklich. Allerdings waren in einigen Räumen Werte zwischen 1000 und 2000 Nanogramm pro Kubikmeter Luft aufgetreten. Diese Werte waren jedoch bei langanhaltenden sehr hohen Temperaturen und bewusst ohne Lüftung der Räume gemessen worden. Bei einer weiteren Messung im Herbst zeigte sich bei normaler Fensterlüftung, wie sie im Schulalltag stattfindet, dass nur noch sehr wenige Räume leicht oberhalb des Zielwerts von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft lagen. Nach einer Feinreinigung der Gebäude der Schule lagen die Werte dann überall unterhalb des Wertes von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft, so dass das Sanierungsziel weiterhin erreicht ist.

Obwohl diese Werte unbedenklich sind und es daher auch medizinisch nicht notwendig ist, ist der Lehrerschaft der IGS eine Blutuntersuchung angeboten worden. 50 Lehrkräfte und damit rund zwei Drittel der Pädagoginnen und Pädagogen haben davon Gebrauch gemacht. Bei keiner untersuchten Person ist dabei der Grenzwert des sogenannten Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwertes (BAT) aufgetreten. Alle Blutwerte befinden sich deutlich unter dieser definierten Grenze.

Zu beachten ist, dass PCB hauptsächlich und zwar zu 90 Prozent über die Nahrung aufgenommen wird. Diese Bestandteile konnten in den Blutuntersuchungen auch nachgewiesen werden. Die Aufnahme über die Raumluft macht nur einen Anteil von etwa zehn Prozent aus. Hinzu kommt, dass das PCB, das über die Raumluft aufgenommen wird, vom Körper gut abgebaut werden kann. Die PCB-Grenzwerte setzen sich aus der Summe des über die Nahrung und des über die Raumluft aufgenommenen PCB zusammen. Dieser Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwert im Blut liegt bei 15 Mikrogramm/Liter, bei Schwangeren und Kleinkindern bei 3,5 Mikrogramm/Liter. Bei keiner Lehrkraft, die ihr Blut auf PCB hat untersuchen lassen, ist der BAT-Richtwert von 3,5 Mikrogramm/Liter annähernd erreicht worden.

Vertreter:innen der Kreisverwaltung und des Gesundheitsamtes haben zusammen mit Landrat Stefan Metzdorf in dieser Woche der Schulleitung und Lehrerschaft die Ergebnisse der Blutuntersuchungen erläutert. Bei dem Termin in der IGS  war auch das Institut für Lehrergesundheit vor Ort, das seitens der Kreisverwaltung ebenfalls über die Messungen und Untersuchungen informiert worden ist. Die Haltung des Instituts deckt sich mit der der Kreisverwaltung, dass von den ermittelten PCB-Werten keine Gesundheitsgefährdung ausgeht, was nun auch die Blutergebnisse belegen.

Bei dem Termin hat die Kreisverwaltung darauf hingewiesen, dass der Kreis das PCB-Thema auch in Zukunft kontinuierlich beobachten wird. So werden in der IGS in den Gebäuden weiterhin Kontrollmessungen stattfinden, außerdem wird demnächst eine weitere Feinreinigung stattfinden. Schließlich wurde die Schule gebeten, auf eine regelmäßige und ausreichende Fensterlüftung zu achten – vor allem auch in der warmen Jahreszeit.

PCB sind künstlich hergestellte Kohlenwasserstoffe, die weltweit vorkommen und sich vor allem in der Nahrungskette anreichern. Die Aufnahme über die Raumluft ist minimal. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer gesundheitsschädigenden Wirkung liegen nur in Zusammenhang mit einer Exposition bei der PCB-Herstellung oder bei Unfällen mit Freisetzung hoher Dosen des Stoffes vor.

Klimaschutz: Konzept für den Landkreis wird entwickelt

Einladung zur Auftaktveranstaltung in Saarburg

22.02.2024

Für den Kreis Trier-Saarburg wird bis Ende des Jahres ein Klimaschutzkonzept entwickelt. Dabei geht es darum, einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. So bekennt sich der Kreis durch Beitritt zum kommunalen Klimapakt zu den Klimaschutzzielen des Landes, die die Umsetzung der Klimaneutralität in dem Zeitfenster zwischen 2035 und 2040 vorsehen. Das Konzept des Kreises soll mit Beteiligung der Öffentlichkeit entstehen.

Am 20. März wird eine Auftaktveranstaltung für den Prozess zur Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes stattfinden. Dabei sollen interessierte Bürger:innen mit ins Boot genommen werden, wenn es darum geht, einen Maßnahmenkatalog aufzustellen, den der Landkreis Trier-Saarburg zur Erreichung der Klimaschutzziele umsetzen soll. Zu verschiedenen Themenschwerpunkten werden dafür Vorschläge diskutiert und Ideen gesammelt.

Zu dem Auftakt, der um 18 Uhr in der Mensa des kreiseigenen Gymnasiums in Saarburg stattfinden wird, sind alle interessierten Bürger:innen willkommen. Unter anderem soll die bisherige Arbeit des Klimachutzmanagements in der Kreisverwaltung mit den bereits vorhandenen Ergebnissen vorgestellt werden.

Anmeldungen zu der Veranstaltung werden unter Mira [dot] Hansch [at] trier-saarburg [dot] de oder Paul [dot] Lippl [at] trier-saarburg [dot] de, Tel. 0651/715-16113 entgegen genommen.

Viele spannende Aktionen in den Ferien geplant

20.02.2024

Kreisjugendpflege stellt Broschüre zu Kinder- und Jugendfreizeiten 2024 vor

Rauskommen, etwas erleben und gemeinsam mit Gleichaltrigen Erfahrungen sammeln: Freizeiten und Ferienaktionen sind ein wichtiger Baustein der außerschulischen Bildung und für viele Kinder und Jugendliche in der Region ein ganz besonderes Erlebnis. Auch für dieses Jahr sind wieder zahlreiche Aktionen von verschiedenen Anbieter:innen geplant. Eine aktuell erschienene Broschüre der Kreisjugendpflege bietet einen Überblick.

Der Landkreis Trier-Saarburg veranstaltet beispielsweise seine Ferienaktion in den ersten beiden Wochen der Sommerferien.

Auch ein internationales Workcamp für junge Erwachsene ab 18 Jahren ist im Herbst in der kreiseigenen Jugendbildungswerkstatt in Kell am See geplant. Daneben bieten die Jugendpflegestellen der Verbandsgemeinden vielfältige Veranstaltungen wie beispielsweise Abenteuercamps, Medienworkshops oder politische Jugendtouren an. Auch andere Einrichtungen wie die Erlebniswerkstatt Saar oder die Internationale Freizeit-Jugend machen ein abwechslungsreiches Programm.

Überregionale Anbieter:innen sind mit verschiedenen Ferienaktivitäten ebenso in der Broschüre vertreten. Die ersten Aktionen starten bereits im März.

Online verfügbar

Die Broschüre kann online auf der Homepage der Kreisjugendpflege unter www.jugendbildungswerkstatt.de heruntergeladen werden. Für Detailfragen zu den einzelnen Angeboten sind die Kontaktdaten der Träger in der Broschüre aufgelistet.

Jugendfreizeitenbroschüre zum Download

Bedrohte Gartenschläfer schützen

20.02.2024

Noch vor 30 Jahren waren Gartenschläfer in vielen Teilen Deutschlands zu finden. Mittlerweile steht das Wildtier des Jahres 2023 als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Da Streuobstwiesen zu ihren bevorzugten Lebensräumen gehören, kann man sie im Kreis Trier-Saarburg dennoch regelmäßig beobachten. Doch wie können Streuobstbesitzer:innen die Tiere schützen? Im Rahmen der Vortragsreihe zum Streuobstprojekt der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung geht der Biologe Jürgen Lorenzen unter anderem auf diese Frage ein.

Zunächst gibt Lorenzen einen Einblick in die Biologie und das heimliche Leben der Gartenschläfer, die wie Siebenschläfer oder Haselmaus zu der Familie der Bilche zählen.

Das aktuelle Forschungsprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“, das der BUND zusammen mit dem Senckenberg Institut Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen durchführt, untersucht die möglichen Ursachen des Rückgangs der Gartenschläfer. In seinem Vortrag geht Jürgen Lorenzen auf den aktuellen Stand ein und gibt Tipps, wie jeder zum Schutz der Gartenschläfer beitragen kann.

Jetzt anmelden

Der Vortrag findet statt am 13. März um 18 Uhr. Er wird ausschließlich online angeboten. Interessierte können sich ab sofort per E-Mail an streuobstwiese [at] trier-saarburg [dot] de anmelden.

Große Resonanz

„Wir freuen uns, dass wir mit unserer Vortragsreihe viele Streuobst-Interessierte aus der Region, Luxemburg bis nach Hessen und Niedersachsen erreichen können. Die Streuobstwiese bietet viele Themenbereiche, über die man sich austauschen kann“, so Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt von Seiten der Naturschutzbehörde betreut.

Die Vortragsreihe findet großen Zuspruch. Beim letzten Vortrag Ende Januar haben rund 70 Menschen online teilgenommen. Dr. Jürgen Lorenz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz ging auf die Fragestellung ein, welche regionalen Bedingungen gute Voraussetzungen für die verschiedenen Obstarten sind. Dabei nahm er die Bodenqualität, Nährstoffe und die Wasserverfügbarkeit in den Blick. Aktuelle Infos finden sich online unter www.trier-saarburg.de/streuobstwiese

Foto: Der Gartenschläfer
Foto: Kerstin Hinze

Kreiskrankenhaus: Wechsel in der Geschäftsführung

Reibungsloser Übergang vom Landeskrankenhaus zur BBT-Gruppe / Landrat informiert Mitarbeitende

19.02.2024

„Mit dem Wechsel der Geschäftsführung von Frank Litterst von der Landeskrankenhaus AöR zu Christian Weiskopf von der BBT-Gruppe ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zur dauerhaften Zukunftssicherheit unseres Kreiskrankenhauses Saarburg vollzogen“, so Landrat Stefan Metzdorf anlässlich der Vorstellung der neuen Geschäftsführung in Saarburg im Rahmen von sehr gut besuchten Betriebsversammlungen.

Dank ans Landeskrankenhaus

Zuvor dankte Stefan Metzdorf den beiden Vertretern des Landeskrankenhauses, Dr. Alexander Wilhelm und Frank Litterst, für die seit 2019 geleistete Arbeit. „Sie haben in schwierigen Zeiten dafür gesorgt, dass das Kreiskrankenhaus wieder in ruhigeres Fahrwasser gekommen ist. Zudem haben Sie für einen reibungslosen Übergang hin zum neuen Partner gesorgt. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Respekt“, so Metzdorf.

Gesellschaftsbeteiligung als Ziel

Die neue Geschäftsführung sei aber nur ein erster Schritt. Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens habe sich die BBT-Gruppe als der Partner herausgestellt, mit dem der Kreis gemeinsam das Krankenhaus zukunftssicher aufstellen wolle. „In Kürze sollen daher Gespräche über den Einstieg der BBT-Gruppe in die Kreiskrankenhausgesellschaft beginnen“, so der Landrat. Seit Jahren ist das Kreiskrankenhaus Saarburg trotz anerkannt guter medizinischer und pflegerischer Leistungen, einer sehr guten Belegung und hochzufriedener Patientinnen und Patienten defizitär und bedarf der finanziellen Unterstützung des Landkreises. Grund hierfür ist vor allem das aktuelle System der Krankenhausfinanzierung, das vor allem kleine und ländliche Krankenhäuser benachteiligt.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat der Landkreis 2022 entschieden, in einem Interessenbekundungsverfahren nach einem Partner für das Kreiskrankenhaus Saarburg zu suchen. „Mit der BBT-Gruppe haben wir dabei die größten Schnittmengen gefunden und sind froh, dass mit der Geschäftsbesorgung nun ein erster Schritt umgesetzt werden kann“, so Landrat Metzdorf.
Der neue Geschäftsführer Christian Weiskopf zog eine erste Bilanz seiner Tätigkeit. „Seit dem 2. Januar wurden viele Gespräche im Haus geführt. Die Auslastung des Hauses und die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten zeigten die Qualität des Kreiskrankenhauses,“ so Weiskopf. Auch er sieht – wie der Landrat – den Standort Saarburg als unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung der Region an. „Daher sind auch keine tiefgreifenden Änderungen im medizinischen Angebot geplant“, so Weiskopf.

Einig waren sich alle, dass der Bundesgesetzgeber schnell neue Rahmenbedingungen einer Krankenhausreform schaf-fen müsse. Der aktuelle Schwebezustand im Hinblick auf die künftige Krankenhausfinanzierung sei ein unhaltbarer Zu-stand.

Erhalt des Hauses an oberster Stelle

Landrat Stefan Metzdorf betonte, dass bei aller anstehenden Veränderung der Erhalt des Krankenhauses für ihn an oberster Stelle stehe. Ein besonderes Anliegen sei ihm, die Mitarbeitende aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen zu informieren, wie er es anschließend auf den Betriebsversammlungen tat.

Foto: Stabwechsel in der Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses Saarburg: Christian Weiskopf (2.v.r.) von der BBT-Gruppe übernimmt die Aufgabe von Frank Litterst (2.v.l.) von der Landeskrankenhaus AöR.

Bezahlbares und klimagerechtes Wohnen im Kreis

Die ISB fördert zwei Bauvorhaben in Welschbillig und Kenn / Landrat bedankt sich bei Beteiligten

06.02.2024

Für gleich zwei Bauherren im Landkreis Trier-Saarburg gab es diese Woche einen Grund zur Freude: Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) unterstützt Bauvorhaben in Welschbillig und Kenn mit zwei Darlehen von insgesamt mehr als 7 Millionen Euro. In einer Feierstunde überreichte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen gemeinsam mit ISB-Vorstandsmitglied Sandra Baumbach im Beisein von Landrat Stefan Metzdorf die Förderbescheide an die Bauherren.

In Welschbillig erhielten Helen und Felix Seher ein Darlehen in Höhe von rund 900.000 Euro sowie Tilgungszuschüsse von rund 400.000 Euro für den Neubau von vier Mietwohnungen. „Die Bauherren sind hier in Welschbillig in vorbildlicher Form unterwegs – vor allem, weil sie mit ihrem Projekt ein Angebot für Haushalte mit einem geringeren Einkommen schaffen. Danke für Ihr Engagement, das vor allem auch zur Stärkung unseres ländlichen Bereichs beiträgt“, sagte Landrat Stefan Metzdorf. Auch Verbandsbürgermeister Michael Holstein und Ortsbürgermeister Dieter Bretz freuten sich über die Förderung des Bauvorhabens.

Fokus auf Barrierefreiheit

Ein weiterer Förderbescheid ging im Beisein von Stefan Metzdorf und Ortsbürgermeister Burkhard Apsner an Hakan Yigit, den Vorstand der Wohnpark GbR, die 45 neue klimagerechte und bezahlbare Mietwohnungen in Kenn bauen wird. Insgesamt erhält die Wohnpark GbR ein Darlehen von rund 7,4 Millionen Euro sowie Tilgungszuschüsse von rund 3,1 Millionen Euro.

„Was wir jetzt bauen, wird nicht nur unser Wohnraum, sondern auch der für kommende Generationen sein“, so Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen. „Deshalb sind Bezahlbarkeit und Klimagerechtigkeit in unserer sozialen Wohnraumförderung wichtige Eckpfeiler. Dazu kommt noch die Barrierefreiheit, die beim Bauprojekt in Kenn eine wichtige Rolle spielt und von uns zusätzlich gefördert wird. Alle Wohnungen sind barrierefrei und tragen so ein Stück zur sozialen Teilhabe bei.“

Es freue ihn sehr, dass die ISB das Projekt fördere, äußerte sich Landrat Stefan Metzdorf. „Der Bedarf an erschwinglichen Wohnungen ist groß und entsprechend auch im Kreis Trier-Saarburg in der besonderen Situation durch die Grenzlage zu Luxemburg ein großes Thema“, fügte er hinzu. Die Wohnpark GbR bringe sich mit dem Neubau in Kenn passgenau ein. Das Darlehen der ISB sei ein Anreiz und trage dazu bei, die Wohnungen im ländlichen Raum zu bauen, so der Landrat. „Im Namen des Kreises danke ich allen Beteiligten für ihr Engagement in diesem Bereich.“

Fotos: Gleich zwei Förderbescheide konnten letzte Woche von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) an die Bauherren in Welschbillig (oben) und Kenn (unten) vergeben werden. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen übergab die Bescheide in einer Feierstunde.

Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und betreuen

06.02.2024

13 Frauen schließen Weiterbildung zur Tagesmutter erfolgreich ab

Sie können in ihr neues Berufsleben starten: 13 Frauen haben den Qualifizierungskurs für Kindertagespflegepersonen der Jugendämter Trier-Saarburg und Trier erfolgreich abgeschlossen. Ende Januar konnten sie im feierlichen Rahmen in den Räumlichkeiten der katholischen Familienbildungsstätte in Trier ihre Zertifikate entgegennehmen.

Flexible Arbeitszeiten

Mit diesem Zertifikat können die Frauen nun den Schritt in die Selbstständigkeit gehen und eine eigene Kindertagespflege eröffnen. Bis zu fünf Kinder zwischen 0 und 14 Jahren dürfen sie künftig betreuen. Die Arbeitszeit können sie sich dabei flexibel einteilen – von den Kommunen werden keine Vorgaben gemacht. So soll der Beruf ideal mit der eigenen Lebenssituation zu vereinbaren sein.

Hinzu kommt auch eine finanzielle Unterstützung durch die Jugendämter: Diese sind verpflichtet den selbstständigen Kindertagespflegepersonen jeweils die Hälfte der geleisteten Zahlungen zur Renten- und Krankenversicherung zu erstatten.

Kurs bereitet auf Selbstständigkeit vor

Der Kurs umfasste insgesamt 300 Unterrichtsstunden sowie zwei Praktika. Kursinhalte waren unter anderem Erziehung und Förderung von Kindern, gesunde Ernährung, Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz, rechtliche Rahmenbedingungen sowie arbeitsrechtliche Themen.

Zusätzlich wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beigebracht, wie sie ihre Selbstständigkeit planen und organisieren können – Themen sind beispielsweise Abrechnungen und Steuern oder Buchhaltung sind fester Bestandteil des Kurses.

Der Qualifizierungskurs findet in Kooperation der Jugendämter des Kreises Trier-Saarburg und der Stadt Trier statt. Der Abschluss wird bundesweit anerkannt.

Neuer Kurs startet im Februar

Der Bedarf an Betreuungsplätzen in der Kindertagespflege ist weiterhin groß. Um die Kindertagespflege weiter auszubauen, startet am 26.Februar 2024 bereits ein neuer Kurs. Hier sind noch Plätze frei.

Voraussetzungen für die Kursteilnahme sind mindestens ein Hauptschulabschluss sowie ausreichende Deutschkenntnisse (Niveau B2). Die Kosten betragen 240 Euro. Diese werden aber nach erfolgreichem Abschluss zur Hälfte erstattet, sobald die Person die Arbeit aufnimmt.

Interessierte Männer und Frauen können sich beim Jugendamt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg informieren und zu dem Kurs anmelden. Für Fragen stehen die Fachberaterinnen Cindy Marzinkowski und Janine Louis telefonisch unter 0651/715–156 oder -374 sowie per E-Mail an kindertagespflege [at] trier-saarburg [dot] de zur Verfügung.

Der Qualifizierungskurs wird gefördert durch das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz.

Fastnacht – Keine Auszeit für den Jugendschutz

05.02.024

Kreisjugendamt appelliert an Erwachsene, Eltern, Gewerbetreibende und Jugendliche

Die närrische Zeit ist in diesem Jahr wieder mit Feiern im Freundeskreis verbunden. Auch Ortsgemeinden oder Vereine laden mit Umzügen und Fastnachtsveranstaltungen die Besucherinnen und Besucher ein, ausgelassen zu feiern. Das Kreisjugendamt appelliert an alle Erwachsenen, Gewerbetreibenden und Jugendliche trotzdem den Jugendschutz zu gewährleisten. Auch an Fastnacht müssen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

„Jugendliche“ sind laut Gesetz alle Jungen und Mädchen, die mindestens 14 und noch nicht 18 Jahre alt ist. Alle unter 14 Jahre gelten als Kinder.

Vorgaben für Jugendliche

Jugendliche unter 16 dürfen nicht in die Disco gehen – das gilt auch für eine Karnevalsdisco oder eine öffentliche Karnevalsparty. Die zeitlichen Beschränkungen können gelockert werden, wenn die Tanzveranstaltung von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe durchgeführt wird, der Kunst oder der sogenannten Brauchtumspflege dient: Kinder dürfen dann bis 22 Uhr bleiben, Jugendliche unter 18 Jahren bis 24 Uhr. Darüber hinaus kann die zuständige Behörde Ausnahmen genehmigen.

Wenn die Eltern bei der Feier dabei sind, dürfen auch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren bis nach Mitternacht feiern. Die Verantwortung tragen dann die Eltern.

Ab 16 Jahren können Jugendliche auch ohne Eltern bis 24 Uhr Karneval feiern. Was Alkohol betrifft, gilt: Getränke wie Bier, Wein oder Viez sind ab 16 Jahren erlaubt. Branntwein- und branntweinhaltige Getränke oder Alkopops dürfen generell erst ab 18 Jahren getrunken werden. Rauchen – auch von E-Shishas und E-Zigaretten – ist grundsätzlich erst ab 18 Jahren gestattet.

Aktiv im Karnevalsverein

Wenn Jugendliche aktiv bei einer Karnevalsveranstaltung mitwirken, gelten Ausnahmen. Hier gibt es eine Sondergenehmigung „aus Brauchtumsgründen“. Das bedeutet: Wenn beispielsweise ein Gardeauftritt erst um halb zwölf beginnt, dürfen Jugendliche ausnahmsweise bis zum Ende ihres Auftritts bleiben. Trotzdem sind die Eltern oder die Leitung der Garde dafür verantwortlich, dass die Jugendlichen anschließend sicher nach Hause kommen. In der Regel achten die Veranstalter darauf, dass Auftritte mit Jugendlichen nicht zu spät stattfinden.

Regeln beim Kneipenbesuch

In Gaststätten gelten die gleichen Regeln und Zeiten wie in Discos oder auf öffentlichen Partys. Unter 16 Jahren ist ein Besuch nur in Begleitung der Eltern erlaubt. Ab 16 und unter 18 dürfen die Jugendlichen nur bis 24 Uhr bleiben.

Das Kreisjugendamt bittet alle Erziehungsberechtigten und Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen über den Alkoholkonsum zu sprechen. Die Veranstalter und Gewerbetreibende sind verpflichtet, den Jugendschutz auch in der Fastnachtszeit ernst zu nehmen und die Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag zu unterstützen.

Der Appell richtet sich auch an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst: Es geht darum, auch Verantwortung untereinander zu übernehmen. Daher soll kein Alkohol an Personen weitergegeben werden, wenn diese das dazu notwendige Alter noch nicht haben oder sie bereits erkennbar angetrunken oder gar betrunken sind.

Bei Gesprächs- und Beratungsbedarf rund um den Jugendschutz steht in der Fachstelle Jugendschutz Charlotte Beyer telefonisch unter 0651-715-389 oder per E-Mail an jugendschutz [at] trier-saarburg [dot] de gerne zur Verfügung.

Menschen mit psychischen Erkrankungen unterstützen

02.02.2024

Neue Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Trier-Saarburg, dem Caritasverband und den Barmherzigen Brüder Trier geschlossen

Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen zu helfen und ihnen Teilhabe zu ermöglichen – mit dieser Zielsetzung arbeitet der Kreis Trier-Saarburg bereits seit den 90er Jahren mit dem Caritasverband Trier e.V. und der Barmherzigen Brüder Trier gGmbH zusammen. Heute wurde ein neuer Kooperationsvertrag unterschrieben, der die jüngsten landesweiten Gesetzesänderungen und die Veränderungen in der Versorgungslandschaft aufgreift und an die aktuellen Anforderungen einer modernen wohnortnahen gemeindepsychiatrischen Versorgung angepasst ist.

„Mit den Barmherzigen Brüdern Schönfelderhof und dem Caritasverband Trier haben wir seit Jahrzehnten verlässliche Partner an der Seite, die Menschen mit psychischen Erkrankungen möglichst wohnortnah und mit dem nötigen Fachwissen betreuen. Gesellschaftliche Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger ist unser Ziel. Dazu stärken wir mit diesem neuen Kooperationsvertrag niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsstrukturen“, sagte Landrat Stefan Metzdorf bei der Unterzeichnung. Die neuen gesetzlichen Anforderungen, die insbesondere auf die fachlichen Anforderungen der Einrichtungen ausgelegt sind, könne man mit beiden Partnern vollumfänglich umsetzen, so Metzdorf.

Beide Kooperationspartner führen Betreuungszentren, in denen sie wohnortnah ambulante und teilstationäre Hilfen, besondere Wohnformen sowie Kontakt und Beratung anbieten, die allen Hilfesuchenden offenstehen. Dazu gehören das Robert-Walser-Haus des Caritasverbandes Trier e.V. in Saarburg und die Beratungszentren der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof in Hermeskeil und Schweich. Der Kreis unterstützt die beiden Partner anteilig mit Personalkostenzuschüssen für den Betrieb der Beratungszentren. In diesem Jahr sind rund 75.000 Euro hierfür im Haushalt eingeplant. Mit dem Abschluss der neuen Kooperationsvereinbarung hat sich auch die finanzielle Förderung seitens des Kreises erhöht.

„Wir sind froh, dass die gemeinsame Verantwortung für eine gute Versorgung für Menschen mit einer psychiatrischen Beeinträchtigung im Landkreis Trier-Saarburg auch für die Zukunft fortgeschrieben wird. Somit ist auch weiterhin gewährleistet, dass Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, die Hilfen und Teilhabeleistungen erhalten können, die sie benötigen“, so Rainer Klippel, Direktor Teilhabe der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof.

„Die gute und bewährte Zusammenarbeit hat die Grundlage dafür geschaffen, dass sich die Akzeptanz der Hilfeangebote im ländlichen Raum deutlich erhöht hat. Unser Robert-Walser-Haus in Saarburg konnte sich als verlässlicher Kooperationspartner etablieren, der psychisch erkrankten Menschen Hilfen innerhalb eines Netzwerkes erschließt und darüber hinaus durch seine Versorgungsverpflichtung Verantwortung für die sozialräumlich orientierte und individuelle Hilfe nach Maß übernimmt“, sagte Dr. Bernd Kettern, Caritasdirektor.

Mit dem 1995 in Kraft getretenem Landesgesetz für psychisch kranke Personen wurden erstmals Vorgaben für die Entwicklung der Gemeindepsychiatrie gemacht und Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch erkrankte Menschen im Land Rheinland-Pfalz geregelt. Das Land übertrug die Verantwortung für die Planung und Koordination der psychiatrischen Hilfen auf die Landkreise und kreisfreien Städte. Der Kreis hat dieser Aufgabe stets eine hohe Bedeutung beigemessen. Es wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet und unter anderem der gemeinsame Psychiatriebeirat des Kreises und der Stadt Trier vom Kreistag berufen. Dieser berät beide Kommunen seitdem in Fragen der Planung und Koordination der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung.

Verdacht auf Gefährdung von Kindern umfassend klären

Fachtag des Netzwerkes Kinderschutz der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg

Erstmals seit 2019 konnte der seit mehr als zehn Jahren fest etablierte Fachtag zum Kinderschutz in Schulen wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Dabei erhielten Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter:innen umfassende und konkrete Hinweise, wie mit einer solchen Krise umzugehen ist, bei der das Wohl des Kindes oberste Priorität hat.

Auf Einladung der Jugendämter der Stadt und des Landkreises Trier-Saarburg erfuhren rund 30 Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter im Rathaussaal in Trier anhand eines Handleitfadens, was bei dem Verfahren zum Kinderschutz im Detail zu beachten ist. Die Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) war durch Schulreferentin Julia Koch vertreten. Sie benannte das zentrale Anliegen: „Kinder sind immer die Verletzlichsten und bedürfen eines besonderen Schutzes. Deshalb ist es wichtig, dass Schulen ihrem ganz konkreten und gesetzlichen verankerten Schutzauftrag nachkommen.“

Neben Koch und den Kinderschutz-Netzwerkkoordinatorinnen Elke Burchert (Stadtverwaltung) und Lena Loch (Landkreis) kümmerten sich die sogenannten „Insoweit erfahrenen Fachkräfte“ (InsoFa), Beate Walgenbach-Anheier (Kinderschutzbund) und Annebärbel Neurohr-Marquenie (Caritas-Beratungsstelle), um die Organisation und Vorbereitung des Fachtags. Zudem standen die Leiter der Allgemeinen Sozialen Dienste der Jugendämter, Volker Werner (Kreisverwaltung) und Stefan Zawar-Schlegel (Stadt), als Experten den Teilnehmenden Rede und Antwort.

Rechtliche Fragen

Bei der Erläuterung des Verfahrens ging es vor allem um die Beratung zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung durch die InsoFa sowie rechtliche Fragen. Beate Walgenbach-Anheier, die durch ihre Tätigkeit beim Kinderschutzbund über viel Erfahrung verfügt, ging vor allem auf die Besonderheiten beim Verdacht eines sexuellen Missbrauchs ein. Annebaerbel Neurohr-Marquenie gab den Teilnehmenden viel Raum, eigene Beispiele für Verdachtsmomente einzubringen, um in der Gruppe zu diskutieren, wann welches Vorgehen erforderlich ist. Lara Jakobs und Christina Flink brachten die Perspektive des Allgemeinen Sozialen Dienstes für eine Kooperation mit den Schulen ein.

Nicht nur Lehrkräfte, sondern alle Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, haben nach dem Bundeskinderschutzgesetz einen Anspruch auf eine InsoFa-Beratung. Anlaufpunkte sind der Kinderschutzbund Trier, die Lebensberatungen Trier, Saarburg und Hermeskeil, die Sucht- Ehe- Familien und Lebensberatung des Diakonischen Werkes Trier und Simmern-Trabach, die Ehe-, Familien- und Lebensberatungen des Bürgerhauses Trier-Nord und der Trierer Caritas, der Sozialdienst Katholischer Frauen sowie die Caritas-Sozialberatung in Konz. Neben einer fachkundigen Beratung zur Einschätzung einer möglichen Kindesgefährdung finden Familien hier Unterstützung. Im Kreis bieten zudem die Sozialraumzentren Begleitung, Unterstützung und Beratung an.

Vertrauliche Gespräche

In dem besonderen Fall eines Verdachts des sexuellen Missbrauchs können sich Fachkräfte neben der Beratung durch InsoFa zusätzlich durch den Kinderschutzbund als Fachstelle unterstützen lassen. Erfahrene Mitarbeitende können in Schulen oder Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen kommen, um mit betroffenen Kindern vertrauliche Gespräche zu führen. Der anfängliche Verdacht der Lehrkräfte kann über die vertrauensvolle Arbeit der Fachkräfte mit den Kindern entkräftet oder bestätigt werden. Erhärtet sich die schreckliche Vermutung, bietet die Fachstelle eine emotionale Begleitung für das Kind an, da die Offenbarung des Missbrauchs immense Belastungen zur Folge hat. Der Handlungsleitfaden steht auf der Seite der ADD zur Verfügung: https://add.rlp.de/themen/schule-und-bildung/schulorganisation/kinderschutz