21.11.2025
Erfolgreiche Veranstaltungen im Rahmen des Projekts der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“
Misteln sind Pflanzen, die sich in Baumkronen einnisten und dort ausbreiten können. Bei starkem, langanhaltendem Befall können die Bäume absterben. Wie mit Misteln umgegangen werden kann, beleuchtete der kostenfreie Workshop „Mistelmanagement für Streuobstbesitzer:innen“, der im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung stattfand.
Der Workshop wurde insgesamt zweimal angeboten – einmal für Gemeindemitarbeitende und einmal für alle Interessierten. „Wir haben von den Ortsgemeinden die Rückmeldung bekommen, dass ein Workshop für Mistelmanagement für ihre Gemeindemitarbeitenden sehr sinnvoll sei. Ich bin froh, dass wir das Angebot so schnell auf den Weg bringen konnten“, sagte Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt seitens der Unteren Naturschutzbehörde betreut.
Die Referentin Dr. Anna Röske erklärte den Teilnehmenden unter anderem den Lebenszyklus einer Mistel. „Dies ist selten Teil von Schnittkursen. Aber es ist wichtig die Mistel zu verstehen, um sie baumschonend entfernen zu können“, so die Referentin.
Pro Jahr wächst die Pflanze im Schnitt 5 bis 10 Zentimeter nach außen. Etwa 4 bis 5 Jahre nach dem Auskeimen bilden sich bei den weiblichen Pflanzen die Beeren. Auch innerhalb des Astes verbreitet sich die Mistel. Neben ihrem sogenannten „Primärsenker“, der sich unter der Rinde des Baumes entwickelt, bildet sie jedes Jahr ein weiterer Strang, aus dem die Pflanze neu keimen könnte. Das erschwert es, die Mistel vollständig zu entfernen.
Verbreitung durch Vögel
Grundsätzlich gilt: Ein schwacher Befall ist unkritisch für einen vitalen Baum. Ein starker und gesunder Baum ist auch in der Lage in den ersten beiden Jahren nach Auftreffen des Mistelsamens, diesen wieder abzustoßen bzw. zu umschließen. Verbreiten kann sich die Mistel ausschließlich mit Hilfe von Vögeln, die die weißen Beeren der weiblichen Pflanze fressen und damit die Samen verteilen.
Doch worauf kann man achten, um einen Mistelbefall zu verhindern? Zum einen ist es ratsam, verschiedene Sorten zu pflanzen, da einige Obstbäume wie beispielsweise die Kirsche kaum befallen werden. Auch muss die nähere Umgebung der Streuobstwiese betrachtet werden. Finden sich dort viele Bäume mit Mistelbefall, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung hoch.
Misteln entfernen
Grundsätzlich gilt: Alle Misteln müssen entfernt werden, da sie dem Baum Wasser, Stickstoffverbindungen und Minerale entziehen. Um eine Mistel baumschonend zu entfernen, sei es aber wichtig, mit Bedacht vorzugehen, so Röske. „Bei starkem Befall rate ich immer zu einer professionellen Beratung. Die Nachpflege ist dann nicht mehr so aufwendig und kann eigenständig durchgeführt werden“, so die zertifizierte FLL-Baumkontrolleurin und Obstbaumpflegerin.
Sind Bäume bereits sichtbar befallen, sollten im ersten Schritt auf jeden Fall die Misteln vor dem 1. Dezember entfernt werden, die bereits Beeren tragen. So kann eine Ausbreitung verhindert werden. Bei dem Entfernen der Mistel müssen die Grundsätze der Baumpflege eingehalten werden.
Weitere Informationen zum Streuobstprojekt finden sich online unter www.trier-saarburg.de/streuobstwiese/















