Wie man mit Mistelbefall an Streuobstbäumen umgehen kann

21.11.2025

Erfolgreiche Veranstaltungen im Rahmen des Projekts der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“

Misteln sind Pflanzen, die sich in Baumkronen einnisten und dort ausbreiten können. Bei starkem, langanhaltendem Befall können die Bäume absterben. Wie mit Misteln umgegangen werden kann, beleuchtete der kostenfreie Workshop „Mistelmanagement für Streuobstbesitzer:innen“, der im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung stattfand. 

Der Workshop wurde insgesamt zweimal angeboten – einmal für Gemeindemitarbeitende und einmal für alle Interessierten. „Wir haben von den Ortsgemeinden die Rückmeldung bekommen, dass ein Workshop für Mistelmanagement für ihre Gemeindemitarbeitenden sehr sinnvoll sei. Ich bin froh, dass wir das Angebot so schnell auf den Weg bringen konnten“, sagte Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt seitens der Unteren Naturschutzbehörde betreut.

Die Referentin Dr. Anna Röske erklärte den Teilnehmenden unter anderem den Lebenszyklus einer Mistel. „Dies ist selten Teil von Schnittkursen. Aber es ist wichtig die Mistel zu verstehen, um sie baumschonend entfernen zu können“, so die Referentin.

Pro Jahr wächst die Pflanze im Schnitt 5 bis 10 Zentimeter nach außen. Etwa 4 bis 5 Jahre nach dem Auskeimen bilden sich bei den weiblichen Pflanzen die Beeren. Auch innerhalb des Astes verbreitet sich die Mistel. Neben ihrem sogenannten „Primärsenker“, der sich unter der Rinde des Baumes entwickelt, bildet sie jedes Jahr ein weiterer Strang, aus dem die Pflanze neu keimen könnte. Das erschwert es, die Mistel vollständig zu entfernen.

Verbreitung durch Vögel

Grundsätzlich gilt: Ein schwacher Befall ist unkritisch für einen vitalen Baum. Ein starker und gesunder Baum ist auch in der Lage in den ersten beiden Jahren nach Auftreffen des Mistelsamens, diesen wieder abzustoßen bzw. zu umschließen. Verbreiten kann sich die Mistel ausschließlich mit Hilfe von Vögeln, die die weißen Beeren der weiblichen Pflanze fressen und damit die Samen verteilen.

Doch worauf kann man achten, um einen Mistelbefall zu verhindern? Zum einen ist es ratsam, verschiedene Sorten zu pflanzen, da einige Obstbäume wie beispielsweise die Kirsche kaum befallen werden. Auch muss die nähere Umgebung der Streuobstwiese betrachtet werden. Finden sich dort viele Bäume mit Mistelbefall, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung hoch.

Misteln entfernen

Grundsätzlich gilt: Alle Misteln müssen entfernt werden, da sie dem Baum Wasser, Stickstoffverbindungen und Minerale entziehen. Um eine Mistel baumschonend zu entfernen, sei es aber wichtig, mit Bedacht vorzugehen, so Röske. „Bei starkem Befall rate ich immer zu einer professionellen Beratung. Die Nachpflege ist dann nicht mehr so aufwendig und kann eigenständig durchgeführt werden“, so die zertifizierte FLL-Baumkontrolleurin und Obstbaumpflegerin.

Sind Bäume bereits sichtbar befallen, sollten im ersten Schritt auf jeden Fall die Misteln vor dem 1. Dezember entfernt werden, die bereits Beeren tragen. So kann eine Ausbreitung verhindert werden. Bei dem Entfernen der Mistel müssen die Grundsätze der Baumpflege eingehalten werden.

Weitere Informationen zum Streuobstprojekt finden sich online unter www.trier-saarburg.de/streuobstwiese/

Eine Streuobstwiese richtig anlegen

21.10.2025

Angebot des Projekts der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“

Welcher Standort eignet sich für Streuobstbäume? Worauf muss man bei der Auswahl der Bäume achten? Wie sollten die jungen Bäume geschützt werden? Diese und weitere Fragen werden in dem Kurs „Anlegen einer Streuobstwiese“ im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz beleuchtet. Der Obstbaumwart und Landschaftsgärtner Johannes Haide gibt den Teilnehmenden dabei auch praktische Einblicke in die Pflege der Streuobstwiesen. Die Veranstaltung findet am 15. November von 10 bis 16 Uhr statt. Sie wird im Rahmen des Projekts der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung angeboten.

Anmeldung ab sofort möglich

Eine verbindliche Anmeldung ist ab sofort unter streuobstwiese [at] trier-saarburg [dot] de möglich. Die Veranstaltung an sich ist kostenlos – jedoch muss der Eintritt in den Roscheider Hof von den Teilnehmenden selbst gezahlt werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Weitere Veranstaltungen

In diesem Jahr sind noch weitere Veranstaltungen geplant. Eine Übersicht findet sich online unter www.trier-saarburg.de/streuobstwiese/

Foto: Eine Streuobstwiese in der Verbandsgemeinde Konz

Wie kann man Obstbäume veredeln?

11.04.2025

Seminar im Rahmen des Streuobstprojektes im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz

Das Veredeln von Obstbäumen ist eine alte gärtnerische Technik. Sie dient dazu, einen ertragreichen Baum mit vorhersagbaren Eigenschaften zu erhalten. Zur Veredelung gibt es spezielle Techniken und Werkzeuge. Nachdem im vergangenen Sommer bereits ein Seminar zur sogenannten Augen-Veredelung stattfand, wurde im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung nun ein Kurs zu Techniken der Winterveredelung im Freilichtmuseum Roscheider Hof angeboten.

Zur Veredelung von Obstbäumen benötigt man immer eine sogenannte Unterlage, das heißt einen Pflanzenteil mit Wurzel. Auf diesen Teil wird dann ein Edelreis angebracht, der später die Früchte tragen soll. Damit beide Teile miteinander verwachsen, müssen verschiedene Grundregeln eingehalten werden. Wie das genau funktioniert, erklärte der Obstbaumwart Johannes Haide den Teilnehmenden.

Es gibt verschiedene Schnitttechniken, die für eine Veredelung genutzt werden können. Für alle gilt: Die Pflanzenteile können nur zusammenwachsen, wenn das sogenannte Kambium – das Wachstumsgewebe des Baumes – auf dem Kambium des Reises aufliegt.

Spezielle Anforderungen bei der Winterveredelung

Neben theoretischen Hintergründen konnten die Teilnehmenden selbst verschiedene Schnitte für die Winterveredelung ausprobieren. Der große Unterschied zu Techniken der Sommerveredelung ist der, dass die Rinde im Winter nicht lösbar ist. Die bekannteste Wintertechnik ist die einfache Kopulation. Dabei werden Unterlage und Reis schräg angeschnitten. Zwei genau passende Schnittflächen werden dann aufeinandergelegt, wobei jeweils ein sogenanntes Astauge nahe der Schnittstelle liegen soll.

Triebe aus dem Sommer sind angewachsen

Eine Überraschung hatte Johannes Haide mitgebracht, der bereits den Veredelungskurs im Sommer gehalten hatte: Ein dabei veredelter Trieb ist mittlerweile gut auf seiner Unterlage angewachsen. Die Teilnehmenden konnten so nachvollziehen, wie eine gelungene Veredelung nach sieben Monaten aussieht.

Obstbäume müssen richtig gepflegt werden

02.04.2025

Schnittkurs für Kommunen im Rahmen des Streuobst-Projektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“

Bei der Obstbaumpflege schaut man über 30 Jahre in die Zukunft, denn: Der richtige Schnitt kann das langfristige Wachstum stärken, die Lebenszeit des Baums erhöhen und den Obstertrag steigern. Da auch viele Kommunen im Kreis eigene Obstbäume pflegen, wurde im Rahmen des Streuobstprojekts der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung ein dreiteiliger Obstbaumschnittkurs für Gemeindearbeitende angeboten.

Der Obstbaumwart und Landschaftsgärtner Johannes Haide hat seinen Fokus dabei auf die praktische Arbeit auf den Streuobstwiesen gelegt. Rund 15 Gemeindemitarbeiter aus dem ganzen Kreis konnte er dafür in Wawern begrüßen.

„Bereits in der Jugendphase des Baumes werden die Weichen gestellt. Ein richtiger Schnitt ist wichtig, damit die Bäume gesund alt werden können“, so Haide. Darum stand im ersten Teil des Kurses die Baumbiologie im Mittelpunkt.

Im zweiten Teil ging es um verschiedene Obstbaumschnitte. Eine Schnitttechnik, die Johannes Haide besonders hervorhob, war der sogenannte Schlankschnitt. Wie der Name beschreibt, werden dabei Äste von Seitenverzweigungen befreit, sodass die Krone „ausgeschlankt“ wird. Durch den Schlankschnitt nimmt die Knospenanzahl in der Nähe zum Stamm zu. So soll ein ausgeglichenes Wachstum aller Astpartien ermöglicht werden.

Auch die Planung einer Obstanlage wurde den Teilnehmenden vorgestellt. In diesem Zusammenhang hat der Referent Johannes Haide im dritten Teil unter anderem die richtige Pflege von Jungbäumen besprochen.

„Unser Ziel war es den Teilnehmenden möglichst viel praktisches Wissen mitzugeben, das sie in ihrer täglichen Arbeit in den Kommunen gebrauchen können“, fasst Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde betreut, die Idee zusammen. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe man dazu alle Städte und Ortsgemeinden im Kreis angeschrieben und über die Veranstaltung informiert. Auch im kommenden Jahr sollen Schnittkurse angeboten werden.

Parallel zu dem Schnittkurs für Gemeindemitarbeitende wurde auch ein dreiteiliger Schnittkurs für Projektteilnehmende und Interessierte durchgeführt; unterrichtet wurden sie von dem Fachagrarwirt für Baumpflege und -sanierung Eckhard Hustedt.

Foto: Die Gemeindearbeiter konnten auf einer Streuobstwiese bei Wawern das Gelernte zum Obstbaumschnitt selber anwenden.

Die essbaren Kräuter der Region kennenlernen

29.10.2024

Wanderung mit Verkostung im Rahmen des Streuobstprojektes war ein Erfolg

Auf Streuobstwiesen sind nicht nur Obstbäume zu finden – die Naturerlebnispädagogin Beate Stoff hat daher die Teilnehmenden des Streuobstprojektes auf einer Kräuterwanderung in Kastel-Staadt begleitet.

Insgesamt 36 verschiedene Kräuter haben die Teilnehmenden bei der Wanderung gefunden – viele davon auf den Streuobstwiesen. Zunächst wurden alle Funde gemeinsam mit Beate Stoff bestimmt und in die Kategorien „essbar“ oder „nicht genießbar“ eingeordnet. Viele der essbaren Kräuter wurden später im Bürgerhaus der Ortsgemeinde Kastel-Staadt probiert .

Neben bekannten Pflanzenarten wie Löwenzahn oder Klee fanden sich auch beispielsweise Wilde Möhre, Ferkelkraut oder Frauenflachs. „Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wie viele unterschiedliche essbare Pflanzen auf ihrer Streuobstwiese wachsen. Die Kenntnis darüber steigert auch das Ansehen einer Wiese“, so Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt der Stiftung Zukunft in Trier-Saarburg von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde betreut.

Manche Pflanzen können giftig sein

„Wir konnten während der Wanderung eine große Pflanzenvielfalt entdecken. Im Allgemeinen ist aber Vorsicht geboten. Einige Pflanzen können ungenießbar oder gar giftig sein. Daher rate ich allen, sich genau über die gepflückten Sorten zu informieren, bevor sie gegessen werden“; so Beate Stoff.

Auch einige Blüten eignen sich zum Verzehr. Malven, Gänseblümchen oder Kornblumen können pur oder mit Brot, Butter oder Quark zu einem leckeren Snack werden.

Interessierte, die mehr über heimische Kräuter oder Blüten erfahren wollen, können sich gerne beim Naturpark Saar-Hunsrück oder dem Naturpark Südeifel informieren. Dort werden regelmäßig Kräuterwanderungen oder weitere kulinarische Exkursionen angeboten.

Alte Apfel- und Birnensorten bestimmen

17.10.2024

Veranstaltung im Rahmen des Streuobstprojektes in Zusammenarbeit mit dem NABU Region Trier

Gräfin von Paris, Pleiner Mostbirne oder Porzenapfel – das alles sind Obstsorten, die in der Region Trier-Saarburg gefunden werden können. Bei einem Spaziergang rund um Kastel-Staadt mit anschließendem Vortrag bestimmte der renommierte Pomologe Richard Dahlem die von den Teilnehmenden mitgebrachten Apfel- und Birnensorten. Rund 30 Obstfans sind der Einladung des NABU Region Trier und des Streuobstprojekts der Stiftung “Zukunft in Trier-Saarburg” gefolgt.

Zunächst ging es für alle Interessierten Richtung Birnbaumallee bei Kastel-Staadt. Dort stehen teilweise sehr alte Obstbäume. Richard Dahlem nutzte die vorhandenen Früchte, um die Sorte der Bäume genau zu bestimmen. Dafür schaute er sich neben Farbe, Größe, Haut und Stiel der Frucht auch das jeweilige Kerngehäuse an. Alle Teilnehmenden hatten zudem die Chance von den dortigen Apfel- und Birnensorten zu probieren.

Anschließend präsentierte Richard Dahlem im Bürgerhaus der Ortsgemeinde ein aktuelles Projekt in Luxemburg, bei dem regionaltypische Sorten identifiziert und durch gezielte Neupflanzungen erhalten werden sollen. Das Projektteam beschäftigt sich neben Äpfel und Birnen auch mit Steinobstsorten wie Pflaumen und Kirschen.

Doch welche Sorten stehen im eigenen Garten? Um diese Frage beantworten zu können, sollten von den Teilnehmenden jeweils fünf reife und einwandfreie Früchte mit Stiel vom eigenen Baum mitgebracht werden. Richard Dahlem und sein Team schauten sich die Früchte genau an und konnten sie in fast allen Fällen ihrer Sorte zuordnen. Übriggebliebene Exemplare werden in den kommenden Wochen begutachtet.

Foto: Richard Dahlem (links) bestimmte die Sorten der von den Teilnehmenden mitgebrachten Äpfel und Birnen.

Welche Apfel- und Birnensorten habe ich im Garten?

Angebot des NABU und des Streuobstprojektes

09.09.2024

Am 2. Oktober laden der NABU Region Trier und das Streuobstprojekt der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ alle Obstfans ins Bürgerhaus nach Kastel-Staadt ein, um dort mitgebrachte Apfel- und Birnensorten zu bestimmen. Die Veranstaltung startet um 18 Uhr mit einem kurzen Vortrag zu Obstsortenvielfalt und dem Erhalt der Streuobstwiesen in Luxemburg. Ab 18:30 Uhr werden mitgebrachte Äpfel und Birnen vom Fachmann Richard Dahlem kostenlos auf ihre Sorte bestimmt.

Für die genaue Sortenbestimmung sollten jeweils fünf reife und einwandfreie Früchte mit Stiel in einer mit Kontaktdaten beschrifteten Papiertüte mitgebracht werden.

Außerdem werden alte Apfel- und Birnensorten sowie Sortenliteratur ausgestellt. Alternativ können Interessierte, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen können, ihre Äpfel und Birnen vorab bis spätestens 30. September in der NABU Regionalstelle RLP-West in Trier abgeben.

Am 2. Oktober besteht vor der Veranstaltung zudem die Möglichkeit, Richard Dahlem bei der Ansprache und Bestimmung alter Obstbäume auf einer Birnbaumallee bei Kastel-Staadt zu begleiten.

Für den Spaziergang treffen sich die Interessierten um 15:30 Uhr am Bürgerhaus Kastel-Staadt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Weitere Informationen gibt es bei der NABU Regionalstelle RLP-West per E-Mail an regionalstelle [dot] west [at] nabu-rlp [dot] de

Wie kann man Obstbäume veredeln?

31.08.2024

Seminar im Rahmen des Streuobstprojektes im Freilichtmuseum Roscheider Hof

Das Veredeln von Obstbäumen ist eine alte gärtnerische Technik. Sie dient dazu, einen ertragreichen Baum mit vorhersagbaren Eigenschaften zu erhalten. Zur Veredelung gibt es spezielle Techniken und Werkzeuge. Die sogenannte Okulation – auch Augen-Veredelung genannt – wurde im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung in einem Seminar am Roscheider Hof in Konz vorgestellt.

Zur Veredelung von Obstbäumen benötigt man eine sogenannte Unterlage, das heißt einen Pflanzenteil mit Wurzel. Auf diesen Teil wird dann ein Edelreis angebracht, der später die Früchte tragen soll. Damit beide Teile miteinander verwachsen, müssen verschiedene Grundregeln eingehalten werden. Wie das genau funktioniert, erklärte der Obstbaumwart Johannes Haide den Teilnehmenden. Wichtig sei vor allem, dass beide Pflanzenteile miteinander verträglich sein müssen. Das bedeutet, dass vorrangig dieselben Arten verwendet werden sollten. Zudem sei eine besondere Schnitttechnik erforderlich, damit eine Veredelung gelingen kann. Die Pflanzenteile können nur zusammenwachsen, wenn das sogenannte Kambium – das Wachstumsgewebe des Baumes – auf dem Kambium des Reises aufliegt.

Neben den theoretischen Erklärungen konnten sich die Teilnehmenden auch praktisch an einem solchen Okulationsschnitt versuchen. In dem Sortengarten im Freilichtmuseum Roscheider Hof, zeigte Johannes Haide zudem verschiedene Beispiele von veredelten Obstbäumen. Dort sind vor allem alte Mostobstsorten zu finden. Zum Abschluss hatten alle die Gelegenheit Fragen zu stellen und mit dem Dozenten Herausforderungen bei den eigenen Streuobstwiesen zu besprechen.

„Wir freuen uns, den Teilnehmenden unseres Streuobstprojektes alle Facetten der Pflege und der Bewirtschaftung von Streuobstbeständen präsentieren zu können. Das Interesse ist nach wie vor groß und dank der Stiftung und unseren Kooperationspartnern leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft in unserem Kreis“, so Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde betreut.

Alte Obstsorten erhalten

Auch die Geschäftsführerin des Freilichtmuseums Roscheider Hof, Dr. Ursula Ninfa, zeigte sich begeistert: „Im Roscheider Hof stecken wir viel Arbeit und Leidenschaft in den Erhalt historischer Gebäude und Streuobstflächen. Unser Sortengarten ist dabei wie eine Arche für alte Mostobstsorten, auf die wir sehr stolz sind. Darum freut es uns, dass wir mit unserer Arbeit das Streuobstprojekt unterstützten können und so dazu beitragen, das Wissen um die Obstveredelung zu erhalten.“

Foto: Die Teilnehmenden des Veredelungsseminars.

Bedrohte Gartenschläfer schützen

20.02.2024

Noch vor 30 Jahren waren Gartenschläfer in vielen Teilen Deutschlands zu finden. Mittlerweile steht das Wildtier des Jahres 2023 als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Da Streuobstwiesen zu ihren bevorzugten Lebensräumen gehören, kann man sie im Kreis Trier-Saarburg dennoch regelmäßig beobachten. Doch wie können Streuobstbesitzer:innen die Tiere schützen? Im Rahmen der Vortragsreihe zum Streuobstprojekt der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung geht der Biologe Jürgen Lorenzen unter anderem auf diese Frage ein.

Zunächst gibt Lorenzen einen Einblick in die Biologie und das heimliche Leben der Gartenschläfer, die wie Siebenschläfer oder Haselmaus zu der Familie der Bilche zählen.

Das aktuelle Forschungsprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“, das der BUND zusammen mit dem Senckenberg Institut Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen durchführt, untersucht die möglichen Ursachen des Rückgangs der Gartenschläfer. In seinem Vortrag geht Jürgen Lorenzen auf den aktuellen Stand ein und gibt Tipps, wie jeder zum Schutz der Gartenschläfer beitragen kann.

Jetzt anmelden

Der Vortrag findet statt am 13. März um 18 Uhr. Er wird ausschließlich online angeboten. Interessierte können sich ab sofort per E-Mail an streuobstwiese [at] trier-saarburg [dot] de anmelden.

Große Resonanz

„Wir freuen uns, dass wir mit unserer Vortragsreihe viele Streuobst-Interessierte aus der Region, Luxemburg bis nach Hessen und Niedersachsen erreichen können. Die Streuobstwiese bietet viele Themenbereiche, über die man sich austauschen kann“, so Dr. Cornelia Pfabel, die das Projekt von Seiten der Naturschutzbehörde betreut.

Die Vortragsreihe findet großen Zuspruch. Beim letzten Vortrag Ende Januar haben rund 70 Menschen online teilgenommen. Dr. Jürgen Lorenz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz ging auf die Fragestellung ein, welche regionalen Bedingungen gute Voraussetzungen für die verschiedenen Obstarten sind. Dabei nahm er die Bodenqualität, Nährstoffe und die Wasserverfügbarkeit in den Blick. Aktuelle Infos finden sich online unter www.trier-saarburg.de/streuobstwiese

Foto: Der Gartenschläfer
Foto: Kerstin Hinze

Was benötigen Streuobstbäume für gutes Wachstum?

04.01.2024

Kostenfreier Online-Vortrag im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“

Die Streuobstkultur hat sich über Jahrhunderte entwickelt und wurde immer an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst. Doch welche regionalen Bedingungen sind gute Voraussetzungen für die verschiedenen Obstarten? Im Rahmen des Streuobstprojektes der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung geht Dr. Jürgen Lorenz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz im Vortrag „Streuobst und Klimawandel – Was braucht die Kultur?” auf diese Fragestellung ein.

Wer heute mit offenen Augen durch die historische Streuobstlandschaft geht, wird noch immer regional verschiedene Schwerpunkte bei den Obstsorten finden. Birnbäume benötigen beispielsweise warme Lagen. Zwetschen vertragen feuchtere Standorte, während Süßkirschen dort nicht richtig wachsen können.

In der Vergangenheit wurden die regionalen Bedingungen sehr genau beim Anlegen einer Obstbaumkultur betrachtet, so dass diese heute noch erfolgreich bewirtschaftet werden können. Dieses Wissen scheint jedoch insbesondere außerhalb des professionellen Obstanbaus verloren gegangen zu sein. Dabei wird es im Zuge des Klimawandels relevanter. Denn während die Bäume unter bisherigen Klimabedingungen weniger gut geeignete Situationen noch aus eigener Kraft abmildern konnten, gelingt dies bei aktuell durch den Klimawandel auftretenden Extremsituationen immer weniger. Der Vortrag will zeigen, was Streuobst braucht um auch künftig kritische Situationen zu überstehen.

Dabei werden drei Schwerpunkte in den Blick genommen: Bodenqualität, Nährstoffe und Wasserverfügbarkeit. Bei nahezu allen auftretenden Problembereichen in der Streuobstwiese läuft es auf diese drei Punkte hinaus. Dr. Jürgen Lorenz wird darstellen was benötigt wird, um Streuobstbäume nachhaltig und vor dem Hintergrund des Klimawandels zu etablieren und zu erhalten. Der Vortrag findet statt am 31. Januar um 18 Uhr. Er wird ausschließlich online angeboten. Interessierte können sich ab sofort unter der E-Mail-Adresse streuobstwiese [at] trier-saarburg [dot] de anmelden.