Streuobstwiese

Streuobstwiesen prägen seit Mitte des 19. Jahrhunderts unsere Kulturlandschaften. Alleine im Landkreis Trier-Saarburg existieren über 1200 größere Streuobstwiesen mit über 3000 Quadratmeter in privater und gemeindlicher Hand, die unsere Landschaft prägen. Sie bieten Lebensräume – sogenannte Biotope – für zahlreiche Vögel, Reptilien und Insekten. Dabei tragen sie zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten bei und dienen dem Erhalt der genetischen Vielfalt durch alte Obstsorten.

Insbesondere vor dem Hintergrund von Klimaveränderungen bieten Streuobstwiesen viele Vorteile: als Grünpflanzen sorgen sie mit ihrer Photosynthese dafür, CO2 zu reduzieren und gleichzeitig Sauerstoff zu produzieren. Außerdem fördern ihre Wurzeln die Durchlüftung des Bodens, der dadurch besser vor Erosion geschützt ist und mehr Regenwasser aufnehmen kann. Auch aus diesen Gründen hat die UNESCO Streuobstwiesen in diesem Jahr in das Immaterielle Kulturerbe Deutschlands aufgenommen.

Leider sind sie durch nachlassendes Nutzungsinteresse zunehmend gefährdet, so dass immer mehr alte Streuobstbestände drohen dauerhaft verloren zu gehen. Daher hat der Landkreis Trier-Saarburg und die Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ das Projekt „Wer trotzt Wind und Wetter, reduziert das CO2 und bietet Tieren ein Zuhause? Die Streuobstwiese – ein schützenswertes Biotop!“ ins Leben gerufen. Das Förderprojekt ist in 2 Fünfjahresprojekte aufgeteilt:

1. Förderperiode: 2021-2026; insg. 150 000 Euro
2. Förderperiode: 2022-2027: insg. 100 000 Euro

Die Bewerbungsphase für die erste Förderperiode ist beendet. Momentan können keine Anträge eingereicht werden. Bewerbungen für die 2. Förderperiode können erst im Jahr 2022 abgegeben werden. Die Termine für eine Bewerbung werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Ziel des Projektes

  • Revitalisierung von Streuobstbeständen durch eine naturgemäße, nachhaltige Bewirtschaftung

Wer kann Anträge stellen?

  • Verbandsgemeinden
  • Ortsgemeinden
  • Privatpersonen
  • Vereine, Verbände, Interessensgemeinschaften
  • öffentliche Einrichtungen

Welche Voraussetzungen gibt es für einen Antrag?

  • Fläche von mindestens 3 000 m² oder mindestens 5 Bäume in einer Reihe (Linienelement)
  • zulässig sind Streuobst- oder Brennobstbäume (nur Hochstamm)
  • ortsnahe Flächen
  • keine anderweitige Förderung der Fläche und der Streuobstbestände; es darf kein Förderantrag gestellt worden sein oder bereits naturschutzrechtliche Verpflichtungen auf der Fläche liegen
  • Bereitschaft in dem Projektzeitraum die Bewirtschaftung der Streuobstbestände nach den Vorgaben des Biolandbaus vorzunehmen

Was braucht man für einen Antrag?

  • vollständig ausgefülltes Formular
  • aussagekräftiges Foto der Streuobstfläche
  • Lageplan
  • Anzahl vorhandener Bäume und – falls bekannt – die Baumarten/-sorten

Was passiert dann?

  • teilnehmende Streuobstwiesen/-reihen werden durch die Untere Naturschutzbehörde im Hinblick auf Nachpflanzungen und mögliche Biotop- und Artenschutzmaßnahmen wie z. B. Totholzhaufen oder gekappte Kronen abgängiger Bäume als Insektenhotel begutachtet
  • sind Neupflanzungen zu Beginn des Projekts notwendig, werden die Kosten für die Baumbestellung und für den Dreibock sowie gegebenenfalls den Baumschutz von der Stiftung „Zukunft in Trier Saarburg“ übernommen; Nachfolgekosten übernimmt der/die Antragsteller/in
  • Kosten für den Erstschnitt der teilnehmenden Streuobstwiesen/-reihen im Herbst 2021 werden von der Stiftung Zukunft in Trier-Saarburg übernommen; für Durchführung der Schnittmaßnahmen stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl (siehe Antrag):
    1. Untere Naturschutzbehörde organisiert fachkundige Firmen für die teilnehmenden Ortsgemeinden
    2. Ortsgemeinden bekommen pro Baum einen Festbetrag von 10 € und übergeben die Schnittmaßnahme einer fachkundigen Firma bzw. versierten Gemeindearbeitern oder Landwirten; die Überweisung des Betrags erfolgt erst nach Abnahme der Schnittmaßnahmen durch die Untere Naturschutzbehörde
  • nach zwei Jahren erfolgt der Zweitschnitt auf den teilnehmenden Streuobstwiesen/-reihen unter Anleitung einer fachkundigen Firma und eigener Muskelkraft; die Kosten für die Firma übernimmt die Stiftung Zukunft in Trier-Saarburg
  • nach 5 Jahren (November 2026) geben alle Teilnehmenden einen kurzen Bericht (max. 1 DIN A4 Seite) mit einem aussagekräftigen Foto zur Evaluation bei den Ortsgemeinden ab; diese leiten die Berichte gebündelt über die Verbandsgemeinden an die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Trier-Saarburg weiter

Was passiert nach 5 Jahren?

Bei Fragen und Anregungen steht die Untere Naturschutzbehörde weiterhin zur Verfügung. Über das Projekt soll ein Netzwerk entstehen, welches als Kontaktbörse und dem fachlichen Austausch dienen soll.

Welche Zusatzmöglichkeiten gibt es noch?

  • Streuobst kann:
    • für den eigenen Bedarf verwendet werden
    • im Rahmen eines Festes als Kuchen, Marmelade, Dörrobst, Saft usw. verkauft werden, um den regionalen Gedanken zu stärken
    • durch den Landespflegeverband Birkenfeld abgegeben werden; der Kontakt wird über die Untere Naturschutzbehörde vermittelt; Sammelstellen werden durch den LPV Birkenfeld bekanntgegeben; am Aktionstag werden pro teilnehmender Ortsgemeinde vier helfende Hände benötigt
  • Zusammenarbeit mit der Universität Trier: Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit mit Studierenden der Universität Trier zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel könnten Projekte wie Biotopanalysen im Rahmen von Abschlussarbeiten/Seminararbeiten auf den teilnehmenden Flächen durchgeführt werden.
  • Herbst 2021: es ist angedacht einen Pomologen einzuladen, damit die Teilnehmenden mehr über ihre wertvollen Bäume in Erfahrung bringen können; Termine werden noch bekannt gegeben
  • für Kindergärten/Kitas oder auch Grundschulkinder besteht die Möglichkeit beim LPV Birkenfeld die Spielkiste „Streuobstwiese“ auszuleihen; der Kontakt kann direkt oder über die Untere Naturschutzbehörde erfolgen.

Ansprechpartnerin:
Dr. Cornelia Pfabel
Kreisverwaltung Trier-Saarburg
Untere Naturschutzbehörde

Tel: (0651) 715-16676